Vereinsgeschichte
Hier findet ihr einen Abriss zur Geschichte des Vereins.


Die Abteilung Bogensport
in der SG MoGoNo Leipzig e.V.

Gründungsjahre und Entwicklung in der DDR

Mit den sieben jungen Bogenschützen, Christian und Siegfried Herold, Michael Pfeiffer, Lothar Schmidt, Heinz Sillmann, Wolfgang Wagner und Ralf Winter gründete im März 1963 Klaus Oelsch (* 13.12.1932 - 24.12.2010) eine Sektion Bogenschiessen in der Schulsportgemeinschaft der Friedrich-Schiller-Oberschule in Leipzig Gohlis.
Damit war der Grundstein für unsere heutige Abteilung Bogensport gelegt.
Das Training und die ersten Wettkämpfe für Bogenschützen fanden im Leipziger Norden auf dem Sportplatz der Friedrich-Schiller-Oberschule in der Saßstraße statt.
Aus den sieben Schützen wurden schnell 40 begeisterte junge Bogenschützen.

Wir entdecken auf dem Foto vom Oktober 1963 (aufgenommen von Siegfried Herold) in der hinteren Reihe von links Heinz Sillmann, Michael Pfeiffer, Ralf Winter, Karla Lorenz, Dietmar Kemnitz, Klaus Oelsch, Frank Baumann, Elke Dettler.
Vor der Scheibe knieend Lothar Schmidt, ? (leider ist der Name entfallen).
Vordere Reihe ?, ?, (leider sind uns diese Namen entfallen) Christian Herold, Mathias Förster, Mathias Lorenz, ? (leider ist der Name entfallen).

Die finanziellen Mittel einer Schulsportgemeinschaft waren begrenzt. Folgerichtig wurde im Oktober 1964 eine Sektion Bogenschiessen bei der Sportgemeinschaft Dynamo Leipzig aus der Taufe gehoben. Durch den Rat des Stadtbezirkes Nord der Stadt Leipzig wurde uns 1967 im Arthur-Bretschneider-Park in Eutritzsch eine Brachfläche zur Verfügung gestellt. Als Materialstützpunkt nutzten wir die Baracke der damaligen Parkbühne. Als das Gelände durch die Vereinsmitglieder „bogensporttauglich“ hergerichtet war, mussten sie 1968 den Platz für den Bau der Schwimmhalle Nord räumen. Das Training wurde dann auf dem Sportplatz Debrahof an der Max-Liebermann-Straße durchgeführt. Leider waren wir bei den Fußballern, die dieses Gelände ebenfalls nutzten, als „Rasenlatscher“ nicht gern gesehen.
1968 wurden in Berlin die Wettkämpfe der II. zentralen Kinder– und Jugendspartakiade der DDR durchgeführt. Als Mitglieder der Bezirksmannschaft Leipzig nahmen unsere Bogensportler Angela Höber (Herold), Ursula Hube, Clemens Pfeiffer, Michael Pfeiffer, Siegfried Herold, Lothar Schmidt, Frank Schellhardt und Stephan Vorrath teil.

Hintere Reihe von links nach rechts:
Clemens Pfeiffer, Michael Pfeiffer, ?,Stephan Vorrath, Lothar Schmidt
Vordere Reihe: mit Fernglas Frank Schellhardt
(Foto Siegfried Herold)
Blick in das damalige „Walter Ulbricht Stadion“ in Berlin.
(Foto Stephan Vorrath)

Bis 1968 konnten größere Wettkämpfe im Bogensport nur auf der Festwiese des Zentralstadions Leipzig oder auf dem Sportplatz des AGRA- Geländes ausgetragen werden.
Als neuer Trainings- und Wettkampfplatz wurde uns im Frühjahr 1969 der ehemalige Hartplatz der Volleyballer der BSG MoGoNo am Sportplatz „Mühlen-Csarda“ (heute Brachfläche vor dem Hornbach Baumarkt) überlassen. In sechs Jahren Bogenschiessen war es der vierte Platz den „der harte Kern unserer Truppe“ bogensporttauglich herrichtete.
Endlich hatten wir einen eigenen Platz für Training und Wettkämpfe. Zum Turn- und Sportfest der DDR 1969 richteten wir auf dem benachbarten Fußballfeld im Auftrag des DBSV ein internationales FITA-Sternturnier aus. Mit besonderem Stolz begrüßten wir die FITA-Präsidentin Miss Inger K. Frith aus England zu diesem Wettkampf.
In den Jahren 1967, 1969, und 1971 waren wir Ausrichter der DDR – Meisterschaften. Die erste Deutsche Meisterschaft der DDR im Jagd- und Feldschiessen wurde von unserer Sektion Bogenschiessen im Jahr 1972 auf dem Gelände rund um den Auensee in Leipzig Wahren ausgerichtet. Der „Vorläufer“ des Bogenlaufens, Bogenbiathlon, wurde erstmals 1974 als Pokalwettkampf vor der Schwimmhalle Nord im Arthur-Bretschneider-Park von den Mitgliedern unseres Vereins organisiert.
Lothar Schmidt, ein Gründungsmitglied unseres „Urvereins“ und heute noch aktiver Schütze, ist unser erster FITA-Stern-Träger (1973). Er war von 1973 bis 1974 Mitglied der Nationalmannschaft der DDR (B-Kader).

Eine neue Ära beginnt mit der politischen Wende

Mit der politischen Wende 1990 löste sich die SG Dynamo Leipzig auf und die Sektion schloss sich mit Wirkung vom 02. Mai 1990 der Armeesportgemeinschaft „Vorwärts Leipzig“ an. Mit der Wiedervereinigung verloren die DDR Bogensportler die Zugehörigkeit zum NOK und damit auch die Mitgliedschaft im internationalen Dachverband (FITA). Offizielles Mitglied im heutigen DOSB blieb einzig der Deutsche Schützenbund (DSB).
Mit der Einheit Deutschlands kamen auch die Rückübertragungsansprüche an Grund und Boden. Wir und auch die Fußballer mussten den Sportplatz „Mühlen-Csarda“ räumen. Das hieß für uns, wieder eine neue Trainingsmöglichkeit zu finden. Zum Glück halfen uns schnell und unkompliziert die Verantwortlichen der SG Motor Gohlis – Nord Leipzig, Lothar Hennig und Roland Beer und stellten uns eine umzäunte Rasenfläche neben dem Stadion des Friedens zur Verfügung. Wir bauten dort eine Schützenlinie und eine Überdachung. Als Materialcontainer diente ein Bauwagen. Das war dann der fünfte Platz den wir für uns herrichteten. Seit dieser Zeit, dem 01.12.1992 wurden wir die Abteilung Bogensport der SG MoGoNo Leipzig, der wir bis heute noch angehören.
Unser Sektionsleiter in dieser Zeit war Heinz Werner. Er führte die Sektion in den unruhigen Wendezeiten und sorgte mit seinem Engagement für das Überleben der Bogensportler im Leipziger Norden. Auch Peter Funke als die unermüdliche Kraft im Hintergrund soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Alle anderen Sektionen Bogensport in Leipzig verschwanden leider nach und nach von der Bildfläche. Im Frühjahr 1993 verließ Heinz Werner die Sektion aus persönlichen Gründen und Andreas Conrad übernahm die Leitung der Bogensportler.
Im Jahr 1997 ereilte uns die nächste Hiobsbotschaft. Eine Erbengemeinschaft wollte ihr Eigentum an Grund und Boden zurück, unsere damalige Trainings- und Wettkampfstätte. Es hieß wieder umziehen, diesmal auf das Hauptgelände von MoGoNo. So trainierten wir ab 1998 auf einem Hartplatz, unserem sechsten Trainingsplatz.
Im April 1998 wurde Stephan Vorrath zum Abteilungsleiter der Bogensportler gewählt. Er, ein Eigengewächs der Abteilung, leitet seit dieser Zeit die Geschicke der Bogensportler.
Ein unbestrittener Höhepunkt unserer Vereinsgeschichte war die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften 1998 im Bogensport der Damen und Herren im Leipziger Zentralstadion. In dieser Riesenschüssel, wo sonst vor 80.000 Zuschauern die Sportfeste und Länderspiele / Europacupspiele im Fußball stattfanden. Uns Bogensportlern war es vergönnt, vor dem Umbau des Stadions, die letzte Sportveranstaltung mit Einbeziehung der großen Anzeigetafel durchzuführen.
Seit 1990 beteiligen sich unsere Bogensportler im DBSV an DM und LM, seit 1997 ohne Unterbrechung an der 70m Bundesliga, mit den Titelgewinnen 2006 bis 2008 und seit dem Bestehen an der Landesliga über die Distanzen 18m und 70m im Sächsischen Bogensportverband.
Ungeachtet der sportlichen Erfolge der Abteilung, war das wichtigste Ereignis in der Vereinsgeschichte die Schaffung eines eigenen Bogensportplatzes. Die Notwendig-keit ergab sich aus dem regen Trainingsbetrieb im Stadion des Friedens. Zwangsläufig kam es zu Komplikationen zwischen den Abteilungen Leichtathletik, Fußball und Bogensport, vor allem in Fragen der Sicherheit.
Federführend für diesen Coup steht Stephan Vorrath. So erhielten wir als Brachland den heutigen Bogensportplatz in Leipzig Möckern „Am Luppedeich Nr. 5“, nach langen Gesprächen im Oktober 2002 vom Sport – und Bäderamt der Stadt Leipzig. Inzwischen war das unser siebenter Trainingsplatz. Durch unseren Abteilungsleiter wurden die unzähligen Behördengänge und die Koordination von Baubetrieben in der Projektierungs- und Ausführungsphase begleitet. Finanziell wurde das Projekt durch das Land Sachsen, die Stadt Leipzig und unsere Abteilung gestemmt.

Stephan Vorrath an der zukünftigen Schützenlinie des Bogensportplatzes
„Am Luppedeich Nr. 5“
im November 2002
(Foto Petra Vorrath)

Nach unzähligen Arbeitseinsätzen der Vereinsmitglieder konnte diese wunderschöne Anlage mit überdachtem Aufenthaltsbereich, Küchencontainer, WC für Damen und Herren, am 29. Mai 2004 in Betrieb genommen werden. Auf diesem Platz können wir zu Wettkämpfen nach FITA-Regeln 34 Scheiben stellen.
Auf unserer Anlage wurden im Juni 2007 die Qualifizierungswettkämpfe der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft ausgetragen. In den Tagen der Bogen WM 2007 in Leipzig trainierten Bogenschützen aus den USA, Neuseeland, Venezuela und El Salvador auf unserem Platz.
Im Jahr 2004 und 2007 fand auf unserem Platz jeweils ein Wettkampf zur Bundesliga statt. Am 15. und 16. August 2009 richteten wir auf unserer Bogensportanlage die Deutschen Meisterschaften der Altersklassen des DBSV aus.

Unsere Bogensportanlage am16. August 2009 (Foto Daniela Fahrenhold)

Von 1963 bis März 2012 wurden durch unsere Bogensportler bei unzähligen Wettkämpfen Landes- und Deutsche-Rekorde aufgestellt. Bei Meisterschaften und Spartakiaden wurden

172 erste Plätze (Meistertitel) und
150 zweite Plätze (Vizemeistertitel) errungen.

Im DSB, dem vom DOSB und der FITA anerkannten Verband, sind unsere aktivsten Bogensportler seit 2006 organisiert. Seither beteiligen wir uns auch im DSB an DM und LM sowie der Regionalliga Ost. Im Jahr 2009 gelang Stephan Vorrath der Sieg in beiden Verbänden. Er gewann am 15./16.08.2009 in Leipzig in der Altersklasse des DBSV und 14 Tage später, am 28.08.2009, in Tacherting (Bayern) die DM des DSB in der Seniorenklasse.

Anlässlich zum Tag des Ehrenamtes wurde Stephan Vorrath am 21. Mai 2012 für sein gesellschaftliches und sportliches Engagement mit der goldenen Ehrennadel der Stadt Leipzig geehrt.

Zur Bundesliga Endrunde am 09. Juni 2012 in Leipzig erhielt Stephan Vorrath die Ehrennadel des Deutschen Bogensportverbandes in Gold.

Wir haben Schützen die diesen schönen Sport seit 1961 ausüben!
Bei uns steht der Enkel neben dem Opa an der Schützenlinie.

Alle in`s Gold !!!

Stand: 10.08.2012




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